Unter einer Lehrstelle versteht man heutzutage in Deutschland die Berufsausbildung.
Hier erfolgt die Vermittlung von fach- und berufsspezifischen Fähigkeiten und Kenntnissen durch den Ausbilder und die Berufsschule.
Derjenige, der eine Lehrstelle durchläuft, erhält während dieser Zeit die für die zukünftige Tätigkeit die erforderlichen Berufserfahrungen.
In der heutigen Zeit ist es gar nicht so einfach eine geeignete Lehrstelle zu finden,
vor allem für diejenigen, die einen schlechten Schulabschluss haben oder bereits in jungen Jahren Eltern geworden sind.
Man begegnet diesen Menschen meistens mit vielen Vorurteilen,
denn die Auswahl an Lehrstellen ist ohnehin schon knapp bemessen.
Unter Lehrstellenmangel versteht man einen Überhang an Lehrstellenbewerbern,
was soviel bedeutet, wie zu viele Bewerbungen auf Lehrstellen als freie Plätze.
Je nach Interessenlage fällt die Bewertung der Lehrstellensituation sehr unterschiedlich aus.
Von den Betroffenen selbst und von den Gewerkschaften werden Bewerbungsmisserfolge als Ausdruck eines allgemein herrschenden Lehrstellenmangels aufgefasst.
Die ausbildenden Unternehmen führen diesen Missstand auf mangelhafte Bewerbungen, nicht vorhandene Ausbildungsreife, sowie fehlende berufliche und regionale Mobilität zurück.
Im Jahre 2005 fehlten nach Angaben des DGB 275.000 Lehrstellen.
In Deutschland gab es zu dieser Zeit ca. eine Million Schulabsolventen.
Von diesen begannen etwa 400.000 ein Studium und etwa 800.000 wollten eine betriebliche Ausbildung beginnen.
Rein rechnerisch gesehen gab es mehr Bewerber als Lehrstellen, jedoch ist auch eine Veränderung zu verzeichnen:
Abiturienten und Absolventen der Realschule werden oftmals Bewerbern mit einem Hauptschulabschluss oder von einer Förderschule vorgezogen.
Aus der Not heraus beginnen viele junge Leute eine schulische Berufsausbildung an Berufsschulen, anstatt sich eine Lehrstelle zu suchen.
Eine andere Alternative bildet der Besuch einer weiteren allgemein bildenden Schule.
Die jungen Leute verfolgen damit das Ziel, einen qualifizierteren Schulabschluss zu erlangen.
Ein Teil bleibt jedoch traurigerweise ungelernt und befindet sich so auf dem besten Wege in die Arbeitslosigkeit.